Kerstin Beckert | Jahresrückblick 2024

Jahresrückblick 2024

Lesedauer 8 Minuten

    Mein Rückblick auf das Jahr 2024: Viel Lärm – um nix?

     

    Bild eines aufgeschlagenen Tagesterminers. Dieses wurde in blau eingefärbt und trägt eine weisse Aufschrift. Text: "Mein Jahresrückblick 2024"

    Inhaltsverzeichnis:

      • Multimedia
      • Mein beruflicher Glücksmoment
      • Mein persönlicher Glücksmoment
      • Verschobene Rubriken: Ticker-News und KI
      • Naturlabor Balkonien
      • Berufliche Fortbildungen
      • Meine 2 Lieblings-Blogbeiträge
      • Worauf ich hätte verzichten können
      • Was kommt 2025?

     

    Von Tieren, Wahlen, KI und persönlichen Herausforderungen

    Die weisse Blüte eines Schneeglöckchens auf rostrotem Hintergrund.

    Das neue Jahr hat begonnen und es ist Zeit, ein wenig Rückschau zu halten. Zeit für einen neuen Schneeglöckchen-Report! Woher der Name kommt? Wie schon 2023 geschrieben, hat das fiktiv-zuständige Amt für Unternehmensentwicklung, Transparenz und Jahresabschlussbetrachtungen zugestimmt, dass mein Jahresabschluss erst veröffentlicht wird, wenn die Schneeglöckchen sprießen.

    Doch wie war nun das Jahr 2024 aus meiner Sicht? Ich muss sagen: Durchwachsen. Es brachte nicht nur aus persönlicher und beruflicher Sicht einige Aufregungen, sondern auch gesellschaftlich. Aber greifen wir nicht vor, beginnen wir lieber mit der Rubrik …

    Multimedia

    Eines hat sich zumindest bewährt: der von mir entwickelte KI Transparenz-Score, auch KI/TS genannt (am Ende des Artikels). Er ist seit 2023 ein fester Bestandteil meiner Blogartikel. Ein hoffentlich probates Mittel, um auf meiner Website weitestmögliche Transparenz zu garantieren. Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz macht dies meiner Meinung nach nötig. Wie schon im Artikel Mensch oder Maschine – bleiben Texte mit KI eine Kuriosität? geschrieben, ist es durchaus vertretbar, KI als Tool zu nutzen, für den Schnitt von Audio- oder Videodateien, für das Schreiben eines Teasers oder ähnliche Einsatzmöglichkeiten. Für außergewöhnliche Bilder oder Audiospuren (etwa als Lesehilfe für sehbehinderte Menschen) finde ich die Verwendung von KI ebenfalls in Maßen akzeptabel. Aber dann sollte dies gekennzeichnete sein. Hierfür verwende ich den KI/TS.

    LinkedIn entwickelt sich ebenfalls langsam, aber sicher. Von mir hört man dort vor allem etwas zu den Themen Journalismus, Biodiversität und Artenschutz, KI, Gleichberechtigung und Diversität (diese tut uns allen gut, ob nun im Wildnisschutz, in der Wirtschaft, in der Forschung oder gesamt-gesellschaftlich).

    Mein beruflicher Glücksmoment

    Ein über drei Jahre laufendes Projekt für den Springer-Verlag Heidelberg, das sich 2024 in der heißen Endphase befand und im Sommer zum Abschluss kam. Besonders bemerkenswert war einmal wieder die gute Team-Atmosphäre zwischen wissenschaftlichen Herausgebern, meinen Auftraggebern von Verlagsseite und den meisten Autoren. Trotz der langen Covid 19-Zeit und den daraus resultierenden Schwierigkeiten haben alle zusammengehalten, sich gegenseitig unterstützt. Es gab leider Todesfälle und langfristige Erkrankungen, aber auch glückliche Genesungen und Hochzeiten. Es gab Verzögerungen, berufliche Umorientierungen und einen sehr langen Generalstreik in Frankreich. Doch die Arbeitsabläufe – geschliffen aus jahrelanger Zusammenarbeit – griffen nur so ineinander. Und alle blieben Mensch.

    Die Endphase eines wissenschaftlichen Buches ist stets eine Herausforderung: Ganze Manuskripte, einzelne Korrekturen oder Abdruckgenehmigungen für Bilder fehlen, die letzten Fragen zu Format, Front- und Backmatter tauchen auf, Druckfahnen werden geprüft – und der Geruch des fertigen Buches liegt schon in der Luft. Man kann es fast schon visualisieren.

    Plötzlich ist das Projektende da, man korrespondiert ein letztes Mal miteinander, die finalen Fragen werden klärt. Und man weiß, das war nach zwei bis drei Jahren vielleicht der letzte Kontakt. Mich macht das ein wenig wehmütig. Aber ein fertiges Produkt zu haben, stimmt auch froh. Denn alle haben alles gegeben und das sieht man auch. Bei diesem Projekt habe ich sogar Glück, der Kontakt zu den sehr netten Herausgebern bleibt über LinkedIn bestehen.

    Vielen Dank nach Dieburg – and also a big Thanks to Phoenix!

    Mein persönlicher Glücksmoment

    Der Aufbau zweier neuer Büroschränke (handmade!). Und mein erster Kontakt mit einem Akku-Bohrschrauber (so heißt das Ding wirklich). Über 50 Jahre musste ich alt werden, um so ein Ding selbst zu benutzen. Meist reichte (selbst bei Renovierungen) der gute, alte Schraubenzieher aus. Bei diesen „Großmöbeln“ allerdings war das nicht empfehlenswert. Immerhin müssen diese am Ende mehrere Ordner und viel (altes) Papier tragen können. Also wurde die eigene Muskelkraft gegen elektrische Power eingetauscht. Und ich muss sagen: Alles klappte prima!

    Frontalansicht zweier, weisser Büroschränke, diese stehen nebeneinander und haben je zwei Türen mit silbernen Griffen Text: Selbst gebohrschraubt, die neuen Büroschränke.

    Einmal mehr zeigte sich, dass man Visionen umsetzen sollte, auch wenn 1.000 gute Gründe (und ein innerer Kritiker) scheinbar dagegensprechen. Gerade in beruflichen Dingen kreist bei neuen Projekten oder Angeboten oft das Gedankenkarussell im Kopf. Spannende Ideen bleiben viel zu lange in der Schublade oder werden niemals umgesetzt. Doch das Motto „Einfach loslegen“ bewahrheitet sich meist. Ein Grund, im Jahr 2025 mein Herzensprojekt, einen eigenen Newsletter, anzugehen.

    Verschobene Rubriken: Ticker-News und KI

    Aufgrund des Umfangs habe ich drei Rubriken in separate Artikel ausgelagert. Dazu gehören die

     
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    Naturlabor Balkonien

    Dieses Jahr verbuche ich als Vogeljahr. Meisen, Amseln, Milan, Stieglitze – alles dabei. Doch es gab auch Unbekanntes zu entdecken. Ein außergewöhnlicher Besucher war der Hausrotschwanz. Dieser gehört zur wohlklingenden Tierfamilie der „Fliegenschnäpper“, obgleich ich ihn beim Fliegenschnappen nie wirklich beobachten konnte. Der Singvogel ist leicht an seinem rötlichen Schwanz zu erkennen. Ansonsten trägt er ein eher gräuliches Federkleid und wurde hierzulande sogar zum „Vogel des Jahres 2025“ gewählt.

    Hausrotschwanz sitzt auf Bauträger aus Holz. Der Vogel ist gräulich und hat einen rot-orangenen Schwanz. Text: Seltener Gast.

    Das Stimmchen lässt sich auf Wikipedia nachhören.

    Berufliche Fortbildungen

    Auch 2024 galt das Motto „Man lernt niemals aus“. Es gab einige spannende Online-Kurzseminare und Fortbildungen, meist zu den Themen KI, Marketing, Zielgruppenanalyse und Biodiversität.

    Besonders interessant war im November der vierwöchige eLearning-Kurs „Artenvielfalt und Biodiversität erhalten“ von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Ein Kurs, den ich nur empfehlen kann. Man lernt in fünf Modulen sehr viel über das Thema Biodiversität. Ein Abschlusszertifikat, auf das ich stolz bin. Vor allem, weil mich das Thema schon aufgrund eines geplanten Newsletters sehr interessiert (siehe Was kommt 2025?).

    Meine Lieblings-Blogbeiträge

    Das sind dieses Jahr zwei Artikel. In einem beschreibe ich meine Erfahrungen mit einem vermeintlichen Hackerangriff und mögliche Gegenmaßnahmen – verknüpft mit der dringenden Bitte, adressiert an alle Solo-UnternehmerInnen: Bitte denkt an regelmäßige Virenscans und Backups!

    All das zog sich über mehrere Monate hin und begann gleich nach dem Jahreswechsel 2023/24. Ein Grund, warum mein letzter Jahresrückblick erst im März herauskam.

    Im zweiten Lieblings-Blogbeitrag schreibe ich über meinen Alltag als freie Journalistin, als Freelancerin. Natürlich mit einem Aufhänger aus der Biologie (basierend auf einer kleinen Steilvorlage von Sascha Theobald) – und mit einer Liste von Wünschen an die Politik.

    Denn gerade wir EinzelunternehmerInnen werden von den Parteien gerne einmal vergessen. Dabei sind wir viele und durchaus von wirtschaftlicher Relevanz! Daher auch hier eine Bitte an alle KollegInnen: Macht mit bei dieser Webparade und formuliert Eure ganz persönlichen Wünsche an die Politik. Das ist immer noch möglich.

    Worauf ich hätte verzichten können

    Nochmals ganz viel Lärm um sehr viel: In Frankreich drohte schon im Januar durch den ersten Wahlgang ein Erfolg der nationalkonservativen Le-Pen-Partei. In der zweiten Runde besann sich das Land noch einmal. Doch auch hierzulande warf der Erfolg der A** seinen braunen Schatten voraus. Wer hat nicht zitternd auf die Ergebnisse der Europawahl am 9. Juni gewartet und nur das Allerbeste erhofft. Die blaue Partei holte dort bereits über 15 Prozent und mir wurde ganz schwummerig. Vor allem nach dem Ampel-Aus im November und den darauffolgenden Umfragen. Bitte Deutschland erinnere Dich an die dunkelsten Stunden Deiner noch nicht so weit entfernten Geschichte! Damals hat keiner (!) gewonnen, außer er war ein führendes, männliches Mitglied der Partei.

    Ganz neu und erst im Januar gegründet, rutscht die lila Partei von Null auf wählfähig. Ob und was daraus wird, müssen wir abwarten.

    Im direkten Vergleich zu den Wahlen natürlich nicht so schlimm, aber dennoch durchaus nervenaufreibend (vor allem wegen des Krachs im Büro und während der Arbeit): Eine rund sechs Monate andauernde Fassadensanierung (und noch weitere Baumaßnahmen in Nachbarwohnungen und an den Außentüren). Gerüstaufbau und Lärm fingen Mitte April an. Ich selbst wurde ab Juli in brütender Sommerhitze aktiv. Wer selbst einen Garten, eine Terrasse oder einen aktiv genutzten Balkon hat, weiß, was das bedeutet. Wirklich alles musste raus!

    Die noch blühende Flora wurde im hauseigenen Garten in den Windschatten einer Hecke umquartiert. Unglaublich, wie leer ein Balkon ohne jedwede Blüte aussehen kann. Einige tierischen Bewohner (unter anderem zwei Eichenschrecken) konnten samt eingehülltem Pflanzenmaterial umgesiedelt werden, andere suchten noch eine ganze Weile nach den gewohnten Blüten – wie Wanzen, Hummeln, Schwebfliegen, Stieglitze und eine Holzbiene.

     

    Doch ein Baugerüst kann auch schöne Seiten haben, z.B. wenn das Wetter und die Tierwelt mitspielen:

     

    Im Spätherbst kamen die Pflanzen endlich zurück auf Balkonien. Ein wenig beleidigt war ich schon – Kornblumen, Salbei, Sommerastern und Ackerwinden sahen fast noch schöner aus, als in heimischen Gefilden. Das Mikroklima an der Hecke im Hausgarten war wohl wesentlich besser, vielleicht feuchter?

    Collage von vier Bildern auf hellgrauem Hintergrund. Bild 1: Blumenkästen vor einer Hecke auf dem Boden stehend. Alles blüht. Bild 2: Die blaue Sternchen-Blüte vom Borretsch. Bild 3: Bodenleben, u.a. Milben. Bild 4: Blühende Sommerastere durchs Guckloch betrachtet, mit Blüten in verschiedenen Rosatönen.

    Oder es lag an den Bodentierchen, die sich von der „Wildnis an der Hecke“ in meine Kästen verirrt (oder diese als neuen, weitestgehend unbesiedelten Lebensraum entdeckt) hatten.

    Was kommt 2025?

    Ganz klar: Mein neuer Newsletter! Die Vorbereitungen dazu laufen schon seit Herbst 2024. Etwa die Auswahl eines thematischen Schwerpunktes, inhaltliche Fragen, die Wahl der Plattform sowie Titel, Struktur und die Frage, ob er sich monetarisieren lässt. Dieser bietet auch eine gute Möglichkeit, meine Ziele für 2024 weiter zu verfolgen, und mich mehr auf Porträts, Reportagen, Videos und die Themen Biodiversität und Artenschutz zu konzentrieren.

    Der weitere Ausbau meines Mastodon-Accounts stand ebenfalls auf der To-Do-Liste. Mal wieder, muss man leider sagen. Leider konnte ich mich darauf nicht ganz so konzentrieren, möchte Mastodon aber in 2025 öfter nutzen und meine Community dort aufbauen. Andere SM-Angebote wie Threads, Instagram, Facebook oder zunächst auch BlueSkye werden wohl auf absehbare Sicht nicht hinzukommen. Ein Grund: die neuesten Entwicklungen im Trump´schen Amerika und die grundlegenden Änderungen im Werteverständnis der dort ansässigen Big-Tech-Unternehmen. Auch hier ist aktuell viel im Wandel. Ein Lärm, den man wohl nicht ignorieren sollte.

    Aber das ist eine neue Geschichte. Warten wir, was der nächste Schneeglöckchen-Report bringen wird.

     

     

    Letztes Update: 26.02.2026

     

     

    KI-Transparenz-Skala (kurz KI/TS):

    Text und Bilder wurden von Kerstin Beckert erstellt. Ausgenommen das Artikelbild ganz oben, es wurde mit Hilfe eines Bildgenerators erstellt, bearbeitet, arrangiert und ein Text eingefügt.

    Dieser Score zeigt, wie viel KI verwendet wurde. Das Bild enthält zwei Kreise. Der obere stellt "Stufe 1 mit 100 Prozent Human inside" dar. Text und Bilder wurden ohne KI erstellt. Ausnahmen: Das Artikelbild ganz oben. Dieses wurde von einer KI ausgegeben und danach leicht bearbeitet. Daher steht der untere Kreis für "Stufe 5 mit 80 Prozent KI inside". Die Prompts stammen von Kerstin Beckert, diese wurden in StableDiffusion eingegeben.

     

     

     

     

     

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