Kerstin Beckert | Meine Top-News des Jahres 2025

Meine Top-News des Jahres 2025

Lesedauer 6 Minuten
     

    Vielfalt – auch in den Ticker-News? Diskutierbar.

     
    Gesamtgesellschaftlich hatte es das Thema „Vielfalt“ in 2025 schwer, egal ob es um Migration, persönliche Lebensgestaltung, Politik oder auch die tierische Vielfalt ging. Überall schien sich das Trendbarometer eher Richtung „rückwärts“ zu drehen: Wirtschaft stach Natur- und Artenschutz, Fremdenfeindlichkeit nahm zu (ob hierzulande oder in den USA), ebenso auch die Angriffe auf die LGBTQIA+ Community. Ein lesenwerter Beitrag hierzu von Sigi Lieb auf LinkedIn. Politisch sorgte Vielfalt ebenfalls eher für Unmut, obwohl sich die aktuelle Koalition aus SPD und CDU um Einheit bemühte (ich sage nur „Fettnäpfchen“).

    Also (wie in jedem Jahr): Wer nicht mehr an das Jahr 2025 erinnert werden möchte, sollte nicht weiterlesen. Allen anderen wünsche ich einen (hoffentlich) interessanten Blick zurück.

     

    Mittelbraun eingefärbter Zeitungsstapel im Hintergrund. Text: Ticker-News des Jahres 2025.
     

    Top-10-News aus dem Ticker

    Sehr einschneidende Nachrichten gab es vor allem im ersten Halbjahr, danach folgte das daraus resultierende, politische Rauschen. News, die bei vielen immer wieder an den Nerven zerrten. Es war ein politisch relevantes Jahr, daher fasse ich dieses Mal die News in Themengruppen zusammen.

    1. Im Januar brachte Friedrich Merz mit der Union einen 5-Punkte-Plan gegen Migration in den Bundestag ein, Grund war eine Messerattacke in Aschaffenburg. Der Plan hätte inhaltlich vielleicht auch von den Blauen stammen können. Beeindruckend war: Wieder einmal demonstrierten Tausende gegen den Rechtsruck in Deutschland – und gegen den 5-Punkte-Plan von Noch-Nicht-Kanzler Friedrich Merz. Dieser verstoße laut Angaben vieler Politiker außerdem gegen geltendes Recht.
    2. Das Ampel-Aus (Ende 2024) führte zu vorgezogenen Neu-Wahlen am 23. Februar und ich fand das Ergebnis zutiefst verstörend, war aber zugleich auch erleichtert: Die Blauen wurden drittstärkste Partei, erreichten knapp 20 Prozent. Friedrich Merz wurde erst im zweiten Wahlgang Kanzler. Das sorgte bei vielen für Unmut, auch weil so etwas in der Bundesrepublik noch nie vorgekommen war.
    3. Noch während der Sondierungen von CDU und SPD folgte Ende Februar ein Katalog mit über 500 Fragen zur Rechtmäßigkeit und Unabhängigkeit von Non-Profit-Organisationen wie Omas gegen Rechts, Greenpeace, Correctiv usw. Immerhin ruderte Kanzler Merz später öfter zurück und versuchte, seine Politik noch im Oktober gegen die Blauen abzugrenzen. Fettnäpfchen fand und findet er auch in 2026 viele. Dazu gehören Stichworte wie „das Stadtbild“, Netzwerk-Fähigkeiten von Frauen, zirkuszelt-ähnliche Regenbogenfahnen auf dem Bundestag (auf keinen Fall meine Meinung!), fehlendes Brot auf dem Frühstücksbuffet, die Wohnverhältnisse im brasilianischen Belém, faule ArbeitnehmerInnen mit zu vielen Krankheitstagen oder der Begriff Lifestyle-Teilzeit.
    4. Im März verabschiedete die Regierung das größte Schuldenpaket aller Zeiten, noch mit dem alten Bundestag (un den alten Machtverhältnissen). Linke, Blaue, FDP und BSW strebten diverse Klagen dagegen an, hatten aber kein Glück beim Bundesverfassungsgericht.
    5. In den Vereinigten Staaten (USA) „trumpelte“ es dazu gehörig, der Mann spielte sich als Alleinherrscher auf, regierte über Dekrete, begnadigte jene, die am Sturm auf das Kapitol beteiligt waren, verhängte in den folgenden Monaten immer wieder immense Importzölle gegenüber Mexiko, Kanada, China und Europa, zog einige wieder zurück, aktivierte sie usw. Wollte darüber hinaus einfach mal Grönland kaufen, sich Kanada oder Kuba einverleiben, nannte den damaligen Ministerpräsidenten Trudeau einen Gouverneur, benannte das Verteidigungsministerium in Kriegsministerium um. Dazu Massenentlastungen in amerikanischen Bundesbehörden durch sein Alter Ego E** M** und das neu geschaffene Amt „Doge“ (erinnert mich an die Herrscher von Venedig, deren Herrschaft wurde später allerdings eingeschränkt). Eine weiterer „Coup“ des neuen US-Präsidenten: Per Verordnung verfügte er kurz nach seiner Amtsantritts-Rede im Januar, den Golf von Mexico in Golf von Amerika umzubenennen. Außerdem bekam die Sondergruppe Immigration and Customs Enforcement (ICE) des Heimatschutz(?)ministeriums in den nächsten Monaten Rückenwind, was im Jahr 2026 sicherlich noch große Bedeutung haben wird.
    6. Doch auch hier beeindruckten mich Teile der US-Bevölkerung: Im Juni fanden Demonstrationen in Los Angeles statt, bei denen das Trumpeltier sogar die Nationalgarde einsetzte.  Als Gouverneur Gavin Newsom deutlich machte, dass dies eigentlich nur der Gouverneur (also er) dürfe, drohte das Trumpeltier sogar damit, diesen und Karen Bass, die Bürgermeisterin von LA, verhaften zu lassen. Kalifornien klagte dennoch. Besonders bemerkenswert: Der demokratische Senator Cory Booker aus New Jersey redete Anfang April mehr als 25 Stunden ununterbrochen im Senat. Mut bewiesen seitdem auch einige amerikanische Bundesrichter, aber insgesamt war der politische Gegenwind bisher noch überschaubar.
    7. Als erste deutsche Frau war Rabea Rogge im All. Die Mission begann am 1. April (kein Aprilscherz) und dauerte vier Tage. Nur elf Minuten lang war war die Tour von Pop-Sängerin Katy Perry ein paar Tage später.
    8. Nach längerer Krankheit verstarb Papst Franziskus am 21. April im Alter von 88 Jahren und wurde am 26. April in Rom beerdigt. Der neue Papst wurde schon am 8. Mai. gewählt: der 69-jährige US-Amerikaner Robert Francis Prevost (Alias Leo XIV.). Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
    9. Als wäre er sauer, rumpelte es auch auf unserem an sich so schönen Planeten: Es gab Schwarmbeben in Italien, das Erdinnere war ebenfalls sehr aktiv, es gab Vulkanausbrüche etwa auf den Philippinen, in Italien, Indonesien und Island. Hinzu kamen Überschwemmungen in Washington, der kanadischen Provinz British Columbia sowie in New Mexico, North Carolina und Texas.
    10. Zum ersten Mal rücken Drohnensichtungen in den Fokus der Medien, das Bundeskriminalamt erfasst die Sichtungen erstmals statistisch. Über 1.000 Sichtungen waren es bis Dezember 2025.

     
    Hausrotschwanz sitzt auf Bauträger aus Holz. Der Vogel ist gräulich und hat einen rot-orangenen Schwanz. Text: Seltener Gast.

     

    Top-6 der tierischen News

    Diese Schneeglöckchen-Rubrik war Inspiration für die Reihe Tierische News aus dem Ticker. Deren erste Ausgabe erschien im Juni als recapped-Version auf LinkedIn. Ab 2026 wird es monatlich außerdem eine ausführlichere Version für zahlende Mitglieder auf TiVi! geben. Daher finden sich an dieser Stelle vor allem tierische News aus der Zeit davor.

    1. Wolfsrisse haben nach Angaben der Fachstelle „Wolf“ beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)  im letzten Jahr insgesamt abgenommen. Dennoch wurden sie in BaWü Ende 2025 wieder ins Jagdrecht aufgenommen, der Bund will folgen. Naturschutzverbände kritisieren das – wie auch den Plan, dass in BaWü für Bauvorhaben mit dem Ziel der „Landesverteidigung“ bestimmte Vorgaben zum Schutz der Natur nicht mehr eingehalten werden müssen (Quelle: Stellungnahme des Nabu Baden-Württemberg).
    2. Die Genetik bietet immer Stoff für Neues, auch wegen der sogenannten Gen-Schere, einer Methode, mit der sich Gene selektiv verändern lassen. Nun haben Genetiker um den Forscher George Church eine neue Art geschaffen: Die Wollhaarmaus. Ein puscheliger Nager mit orangegelben Puschelhaaren und wohl mammutähnlichem Fettstoffwechsel. Die Wiederbelebung des Mammuts steht noch in den Sternen (die Frage nach dem Sinn müsste man sich vorher auch noch stellen). Hier jedoch wurde ein ganzes Genpaket bewusst verändert.
    3. Auch 2025 wurde wieder das (Wild-)Tier des Jahres gewählt. Gewinner war der Alpenschneehase, der in Deutschland extrem selten ist. Ein Grund für seinen Rückgang ist sicherlich der Klimawandel. Durch die höheren Temperaturen können sich die Tiere mit dem weißen Winterfell kaum verstecken, ohne Schnee funktioniert ihre Tarnung nicht mehr.
    4. Was mich gefreut hat: In der Nähe von Pforzheim leben vermutlich wilde Luchse, einer wurde Anfang Mai besendert.
    5. Vogel des Jahres 2025: der Hausrotschwanz. Ein lustiger, kleiner Kerl, der sich auch schon vor Balkonien gezeigt hat (siehe Bild oben, nachzulesen auf Tierisch Vielfältig! Biodiversität im Fokus, Welcher Vogel besucht mich da?, Artikel für Mitglieder frei).
    6. Eher kontrovers diskutiert: Die Nilgans breitet sich als invasive Art immer weiter in Deutschland aus. Laut dem Deutschen Jagdverein (DJV) findet sich die Art mit dem braun-schwarzen Augenring in immer mehr Jagdrevieren. Konnten sie 2017 noch in 38% der Reviere nachgewiesen werden, so hatten sich die Tiere in 2023 schon 53% der Reviere erobert. Nilgänse sind sehr anpassungsfähig und wehren sich gegen Nest-Konkurrenz. Die heimische Graugans (lebte 2017 in 40% der Reviere, 2023 in 51%) ist der Nilgans aber zahlenmäßig aktuell noch deutlich überlegen.

     
    Das war mein ganz persönliches News-Jahr 2025. Wer wissen möchte, welche KI-Anwendungen eine Rolle spielten, kann dies im Artikel Meine persönlichen KI-News aus dem Jahr 2025 nachlesen.

    Vielleicht interessiert Dich auch, was im Jahr 2025 bei mir beruflich und persönlich los war? Dann ist der Artikel Mein Rückblick auf das Jahr 2025: Vielfalt allerorten vielleicht etwas für Dich.

     
     

    Letztes Update: 02.03.2026
     
     

    KI-Transparenz-Skala (kurz KI/TS):

    Text und Bilder wurden ausnahmslos von Kerstin Beckert erstellt.

    Dieser Score zeigt, wie viel KI verwendet wurde. Das Bild enthält nur einen Kreis. Er stellt "Stufe 1 mit 100 Prozent Human inside" dar. Denn Text und Bilder wurden ohne KI erstellt.

     
     
     
     

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